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Verfasst am 01.10.2006 17:37:29 Uhr NeoLitausdemNeanderthal® DIESTEINZEIT-ung berichtet nun von einem Phänomen,
welches im Internet immer weiter um sich greift. "Greift" ist schon das richtige Wort; das wird jeder(m) aufgehen,die/der Augen hat zu lesen . . .
Die Genesis des Digi-Universums
Nach der "Kambrischen Explosion" im Reich der Toren, der Resis-,Transis-, Kondensatoren bildete sich das Internet. Amen. -
-Nun könnte ich nach der bekannten Geschichte in der Bibel fortfahren, und die Welt erklären. Tue ich aber nicht.
Die neu erstandene Welt ist die gleiche wie vordem; mit den gleichen Vorzeichen, mit den gleichen Naturgesetzen. Auch breitet sich der virtuelle Raum mit rasender Geschwindigkeit aus, und es bilden sich die allzu bekannten Cluster, die Anhäufungen von Irgendwas an irgend welchen Stellen. Und schon erfahren die Ur-Teilchen der Materie in diesem neuen Universum - die Bits, aus denen wiederum die Zeichen, aus denen wiederum die Buchstaben, aus denen wiederum die Wörter . . . u.s.w., u.s.w. bestehen - die Macht der Naturgesetze.
Die Unzahl der libertinären Bit-Schüttler freuten sich nur kurz der absoluten Freiheit bis, ja, bis die Regula-Toren auftauchten. Und unter denen taten sich besonders die Edi-Toren hervor, die sich in kürzester Zeit zu wahren Monstern heranmästeten. Sie fraßen alle greifbare Materie auf, unter Abgabe von übelriechenden Flatulenzen, die zum Himmel stanken.
Nun sind sie inzwischen so groß geworden, dass sie fast kein Futter mehr finden - Gesetz der Evolution über den nicht regulierten Nahrungsmittelverbrauch -, und entweder weiterziehen müssen oder an Nahrungsmangel eingehen. Das Warten auf die baldige Bildung eines n e u e n Universums, - entsprechend der vergangenen "Gensfleisch zum Laden"- Galaxis (ätschi, Addison-Wesley; bätschi Marshall Mc Luhan!) dauert zu lange.
Da bietet sich ein anderer, wichtiger Regula-Tor an, der Jurokra-Tor. Und nun scheint es zu klappen. Die Jurokra-Toren sind in der einmaligen günstigen Lage, ihr Futter auf dem großen Rechtspflege-Feld selbst anzubauen. In den Institutionen, Versammlungen, in denen sie in überdurchschnittlicher Anzahl vertreten sind, schaffen sie sich ein Netzwerk von Paragrafen, Gesetzen, Vorschriften, Bestimmungen, Durchführungsverordnungen, über hunderttausend an der Zahl, die nur noch s i e verstehen. Unter dieser Camouflage beginnen sie ihr Wirken. Die Jurokra-Toren wiederum bestehen aus drei Unterarten, die sich zwar beim Pflegen des Rechts heftige Schaukämpfe liefern, aber stets - so oder so - gemeinsam ihre Nahrung verzehren. Und das nicht zu knapp. Um die Reste dieser Mahlzeiten kümmern sich dann - je nach Fall - besondere Exeku-Toren in festen, gut verdämmten und vergitterten Betonhäusern, oder es kümmern sich die armen Toren, die Vollzieher. In dieser Reihe der Wertigkeit . . .
Nun zu den Edi-Toren. Da diese sich inzwischen wegen Nahrungsmangels gezwungen sehen, sich selbst aufzufressen, suchen sie nach Rettung. Diese naht in Form der Jurokra-Toren. Diese legen flugs ihr Netz der hunderttausend Paragrafen, Gesetze, Vorschriften, Durchführungs- Bestimmungsverordnungen u.s.w. über das Internet, und siehe, es passt! Eng und feinmaschig werden nun die Bits- eigentlich Zeichen, aus denen wiederum die Buchstaben, aus denen wiederum die Sätze . . . u.s.w., u.s.w.. . . bis zur M e i n u n g bestehen - gesiebt. Durch dieses Sieb fallen nur noch die Kleinsten, und die Jurokra-Toren, und die Edi-Toren schütteln und sieben und brüllen unisono: "Mein, mein,mein! Mahn, mahn, mahn!"
Der ausgesiebte Unrat, wie sie meinen, fällt zwischen die Stampfbeine der Giganten. Der Unrat flüchtet sich in Nischen, in denen man überleben kann. Denn der große Kometeneinschlag kommt in jedem Fall, der diese Giganten oben hinwegfegt. . .
bejot 9/2006
Als Kleinstverleger mache ich mir keine Illusionen was geschähe, wenn ich versuchen wollte, in das Räderwerk der virtuellen Welt hineinzulangen.-
Anders sähe das aus, wenn die Edi-Torgiganten ins Getriebe fassen. Von wegen do not touch running systems! D i e können sehr wohl "regulierend" eingreifen. -
Wenn ich im Internet zitiert werde, bin ich nicht unglücklich darüber, ich rufe nicht gleich nach dem Kadi. Im Gegenteil! Die Zitierung wäre kostenlose und billige Werbung für mich. Nicht unangemessen wäre es dabei, die Quelle zu nennen.
Eine völlig andere Sachlage ergäbe sich allerdings, wenn jemand versuchte, unter einer geschützten Marke von mir Geschäfte zu machen, ja, mir diese Marke zu entreißen! Dann würde ich mich natürlich wehren. Aber was das Urheberrecht anbetrifft würde es mich sogar freuen, wenn meine Gedanken - wir sind uns einig darüber, dass das Geschriebene auch sinnvoll sein soll! - verbreitet werden. Werden meine Ausführungen kritisiert, gibt es, wenn erforderlich, eine Gegenkritik; oder auch nicht. - Werde ich wegen des Inhalts dieser Ausführungen angegriffen, bolze ich zurück.
Im Großen und Ganzen wird im Internet eine natürliche Regulierung stattfinden, denn manche Elaborate sind so grottenschlecht, dass an dem Verstand der Leute gezweifelt werden kann. Und nicht zuletzt der Zwang zur Exhibition bis in die letzten Seelenfilamente.
Ich kann nicht verstehen, warum die Großen der Branche mit Hilfe des Abmahnunwesens versuchen, ihre Veröffentlichungen zu unterdrücken. Denn die Zitierung der -zwar zu schützenden Autoren - bringt m.E. den Gewinn des Bekannt - und Aufmerksamwerdens auf mehr. Und in dem M e h r liegt halt der G e w i n n , auch in kapitalistischem Sinne.
Da aber die Abmahner (gr. mania, Manie, Maniak!) nicht nur hehre Rechtspflegeziele im Auge haben, soll ihnen hiermit ein viel lukrativeres Feld zur Betätigung gewiesen werden. Anstelle des Urheber-und Markenschutzrechts sollten sie sich auf S p a m m e r konzentrieren. Spammen ist- wie ich mich erinnere- verboten.-
Trotzdem umrunden mehrere Millionen Spams täglich den Erdball. Mir komme niemand, man könne einen Spammer nicht identifizieren! Der Spammer hinterlässt beim Provider genau so eine elektronische Spur wie wir, wenn wir im Internet surfen.
Doch hierbei zeigt sich wieder wahrscheinlich eine unheilige Allianz (oh, Pardon! Markenschutz??!) zwischen Providern (Edi-Toren) und Jurokra-Toren. Was soll es zum Beispiel bedeuten, wenn ich am Tage so locker 10 - 15 Spams bekomme, der Provider diese aber bereits vorab (in rot) als Spams gekennzeichnet hat, und diese mir trotzdem in meinen Briefkasten knallt? Irgend jemand scheint also an der Weiterleitung von eindeutig verbotener Werbung zu profitieren.-
Wahrlich: Ein weites Feld für Abmahn-Maniaks . . .
Bernd (bejot ) Jacobs
Hinweis
Liebe DIESTEINZEIT-ung-Leser,
leider gelingt es mir nicht, das Register meiner Einträge so zu verlinken, dass Sie interessante Beiträge sofort per Direktlink erreichen können.
Deswegen biete ich Ihnen an, dass Sie auf der Navigationsleiste des Providers, rechts, das Datum 12.01.2005 anwählen. Darunter erscheint dann der Eintrag "Schlagworte" . In dieser Datei sind die Datumsangaben über den jeweiligen Eintrag angegeben. Den jeweiligen Eintrag können Sie dann mit der bekannten Navigationsleiste erreichen. Ich arbeite noch daran . . .
bejot
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